Mittwoch, 17. Oktober 2018

Die Glücklichmacherei On Tour 〖Roadtrip durch Bella Italia, Teil 3: Kalabrien und Sizilien〗


wie schon in den ersten beiden teilen meines reiseberichts (teil 1 findest du hier: klick!, teil 2 hier: klick!) zu unserem diesjährigen roadtrip beschrieben, reisten der mann und ich mit dem wohnmobil. das hat so viele vorteile, dass wir uns momentan kaum eine bessere art des reisens vorstellen können. wir waren früher auch oft mit dem zelt unterwegs, das campen im wohnmobil ist aber ganz klar die luxusvariante (die ich jetzt auch nicht mehr aufgeben möchte). neben dem fahrbaren untersatz ist es quasi unser home away from home. wir haben alles dabei, das uns reisen bequem macht und trotzdem natürlich volles urlaubsfeeling. öfters beobachten wir camper, die aus ihrem wohnwagen oder -mobil aussteigen und quasi den gesamten hausrat inklusive brotaufstrich, konservendosen und bier auspacken. wir sind da eher reduziert unterwegs und bringen nicht unseren alltag mit, sondern wollen lieber aus dem alltag aussteigen und neues kennen lernen. dazu gehört auch lokale spezialitäten zu probieren und zum beispiel eben nicht das gleiche bier zu trinken, wie zuhause auch. trotzdem genieße ich es natürlich, mein eigenes kopfkissen, tisch und stühle dabei zu haben - im unterschied zu früheren urlauben, in denen wir am boden saßen und uns rücken an rücken lehnten. das war auch schön, precious memories und so, aber die zeit ist irgendwie vorbei. man wird älter.

im dritten und letzten teil berichte ich vom letzten reiseabschnitt, der uns von Kalabrien auf Sizilien führte. wir fuhren von Apulien auf der Strada Statale Jonica nach Kalabrien. schon vorher wurden wir gewarnt, dass im Süden von Italien auf den straßen quasi anarchistische zustände herrschen würden. das kann ich überhaupt nicht bestätigen. alles ganz gesittet, kaum verkehr und keine zwischenfälle. aber wer weiß - vielleicht hatten wir einfach glück?


gelandet sind wir schließlich in Tropea. die karibik italiens nennt man die stadt oder vielleicht auch die gegend um Tropea. Kalabrien überzeugt eindeutig auch durch großartige strände, tolle buchten und wenige ausländische touristen. einheimische dafür umso mehr. Tropea liegt auf einem steilen hügel, den man vom strand aus über einige treppen leicht erreichen kann. der ausblick ist fantastisch und bei guter sicht sieht man bis Stromboli. die sonnenuntergänge waren atemberaubend.


ein paar tage konnten wir es hier leicht aushalten, viel zu sehen gab es allerdings nicht. allabendlich erklommen wir die treppen in den ort, wir campten natürlich unten am strand. im sehr touristischen dorf gab es neben köstlichen, aber überteuerten kandierten pistazien auch herrliches gelato, touri-ramsch und ein paar noblere boutiquen, in die ich nicht rein ging. außerdem gab es sehr viele, wirklich vorzügliche restaurants, ein paar davon eher hole-in-the-wall-mäßig versteckt. es hat sich absolut gelohnt ein wenig in den gässchen zu schlendern. 

Tipps für Tropea:


  • Camping Marina del Convento: super Lage, direkt am Strand, sauber und freundliches Personal
  • Essen: Al Pinturicchio liegt wunderschön in den engen Gassen der Stadt und die Pizza war hervorragend. Die Taverna L'Antica Grotta überzeugt ebenfalls durch ihre Lage. Die Pizza war nicht aufregend, die Spaghetti allo Scoglio dafür sehr.
  • Strand: Der öffentliche Strandabschnitt, den man von Bildern kennt, ist voll, voller, am vollsten. Trotzdem ist es auf alle Fälle den Blick aus dem Wasser auf den Strand und zur Stadt hoch wert.

nächster halt: Sizilien. von Tropea sind wir die relativ kurze strecke zum hafen nach Villa San Giovanni gefahren. die fähre hatten wir nicht vorher gebucht, deshalb hatten wir auch keine ahnung, wie das laufen würde. von stundenlangen wartezeiten im august hatten wir vorher jedenfalls gelesen. es war dann so: wir kamen an, wurden mit dem wohnmobil in die warteschlange eingewiesen, haben das ticket gekauft und sind auf die fähre gerollt. dauer insgesamt: nicht mal 20 minuten. mit auf der fähre war übrigens auch ein gefangenentransport, was ich ziemlich kurios fand. die fährfahrt dauerte nur ungefahr 45 minuten. auf dem schiff machten wir es wie die einheimischen und genehmigten uns ein spätes frühstück. wir bestellten uns 2 köstliche arancini. die gefüllten, frittierten reisbällchen schmeckten überraschend gut, die fähre und der kiosk wirkten nämlich eigentlich eher so, als hätten sie ihre besten tage längst hinter sich. wir rollten von der fähre und düsten nach Taormina. Chiara vom pastakurs in Rom hatte mir den ort ans herz gelegt, schon allein wegen dem herrlichen granita, das es dort geben sollte.


Taormina liegt romantisch auf einem hügel mit blick auf den ätna. unser lager haben wir ein paar kilometer entfernt in Letojanni aufgeschlagen. Taormina ist viel zu nobel für campingplätze. überhaupt wirkte der ort eher so, als würden hier kreuzfahrttouristen der nobelsten sorte residieren.  das mag aber ein vorurteil sein. als wir jedenfalls am campingplatz eincheckten, wunderte ich mich wieder ein wenig. ich hatte gelesen, dass man am besten reservieren sollte, weil august die hauptreisezeit der einheimischen ist und dann gerne alles voll sei. es herrschte aber gähnende leere. glück für uns, aber auch ein wenig traurig. von ungefähr 200 liegen am strand waren maximal 6 besetzt, 2 davon von uns. als wir dann mit dem bus nach taormina fuhren, waren wir deshalb noch viel mehr überrascht, als nach und nach hunderte touristen versuchten den gleichen bus zu nehmen wie wir. und durch Taormina wälzten sich die touristen wie durch Venedig an jedem schönen Sommertag. wir blieben nicht lange.

Tipps für Taormina:


  • Camping Paradise: Gute Lage, direkt am Strand und Bushaltestelle vor der Einfahrt. "Italienische Verhältnisse" was die Pünktlichkeit der Busse betrifft.
  • Essen: In der Pizzeria Villa Zuccero gibts herrliche Antipasti und köstliche Pizze. Bei La Cucina di Riccabono sollte man sich nicht durch die, sagen wir außergewöhnliche Deko abschrecken lassen. Es kocht ein älteres Ehepaar mit viel Liebe. Die mit Pistazien gefüllten Ravioli lassen mir immer noch das Wasser im Mund zusammen laufen. Selbstgebackene Grissini und Bruschette als Gruß aus der Küche waren ebenfalls hervorragend.
unser nächster und letzter stop brachte uns nach Palermo. die stadt hat mich total überrascht und war vermutlich sogar mein highlight des urlaubs. zuerst war ich besorgt, weil ich gelesen hatte, dass Palermo im sommer unerträglich heiß (ich liebe winter!  den sommer nicht so sehr...) und über die maßen überlaufen sei. nachdem wir aber am nachmittag bei strömendem regen in der stadt ankamen, waren wir froh, als sich am nächsten tag wieder die sonne zeigte. mittlerweile war schon die zweite augustwoche und das bedeutete auch, dass sehr viele palermitaner bereits im urlaub und somit nicht mehr in der stadt waren. 


auch Palermo erkundeten wir (wie fast alle städte) größtenteils zu fuß. von der freundlichen dame bei uns am campingplatz bekamen wir ein paar tipps zu den must sees, die wir dann auch brav abklapperten. 
der mann hatte noch eine eigene to do liste, kulinarischer art. Palermo ist für sein außergewöhnliches street food bekannt. milz, lunge, beuschel, darm - alles frittiert und im panino gegessen. absolut nichts für mich. wir begnügten uns dann mit panelle, einem sandwich mit frittierten streifen aus einer art kichererbsenteig, kartoffeln und auberginenstücken. nicht fehlen durften außerdem cannoli und granita. das sizilianische granita hat wirklich rein gar nichts mit dem quietschbunten granita aus sich drehenden plastikbehältern zu tun, die man aus manchen eisdielen kennt. es ist vielmehr eine cremige masse, die wie eis in becher gespachtelt und dann gelöffelt wird. klassiker sind das granita alla mandorla und das granita al caffè con panna. beides haben wir in einer dermaßen urigen bude bestellt - es war mehr als nur ein kulinarisches erlebnis.


Tipps für Palermo:


  • Camping Idea Vacanze liegt außerhalb von Palermo in der Gemeinde Isola delle Femmine. Es gibt eine Busverbindung in die Stadt nach Palermo. Sehr unkompliziert!
  • Essen: Für die "full experience" greift man in Palermo zu Street Food. Wer nicht ganz so experimentierfreudig ist, stürzt sich so wie ich auf Panelle bei 'nni franco u' vastiddaru, Granita in der Caffetteria Del Corso und Cannoli in egal welcher Bäckerei.
  • Sightseeing: Palazzo Reale, die Cattedrale, der Mercato Vucciria und der Porto lassen sich ganz leicht zu Fuß erkunden. Es gibt auch mehrere Hop-on Hop-off Anbieter.

die fähre von Palermo richtung Livorno hatten wir 2 oder sogar 3 monate vorher bereits gebucht. das war wichtig, weil sie nur 2x pro woche in diese richtung fährt und wir nicht die ganze strecke durch Italien mit dem wohnmobil zurücklegen wollten. auch diese fährfahrt verlief ohne zwischenfälle, obwohl ich auch da wieder schauergeschichten gehört hatte. wichtig war für uns, dass wir eine kabine hatten, in der wir in einem bett schlafen konnten. so waren wir am nächsten tag gut ausgeruht und konnten problemlos die heimreise antreten. 


wir haben während diesem 4-wöchigen roadtrip italien nochmal ganz anders kennen gelernt. südlicher als Rom waren wir vorher beide nämlich noch nie. die gastfreundschaft der italiener, die landschaft oder das herrliche essen sind nur einige gründe, weshalb ich dir italien ans herz legen möchte. natürlich ist mir klar, dass nicht alle so gern campen und/oder schon gar nicht mit dem wohnmobil unterwegs sein können oder wollen. aber das macht ja nichts. roadtrips können ja individualisiert werden. vielleicht war der eine oder andere tipp für dich dabei - wenn ja, lass es mich gerne wissen. 
ich bin gespannt auf unser nächstes abenteuer!

Sonntag, 14. Oktober 2018

Es herbstelt! 〖Chai-Waffeln mit Schokoladensirup〗


mamma mia, das wird heute echt gut. ich glaube sogar, du wirst dieses rezept lieben. hoffentlich hast du ein waffeleisen, das wäre nämlich die voraussetzung für dieses köstliche waffelrezept. zugegeben, dieser warme goldene herbst schreit noch nicht sehr laut nach gemütlichen rezepten mit zimt und anderen wintergewürzen. aber man muss schließlich vorbereitet sein, ein oder zwei kalte tage gab es ja schon. und wenn du es jetzt schon nicht mehr erwarten kannst - was solls? waffeln gehen in wahrheit ja wohl immer!


klar, waffeln mit sahne, das kennt man. die hier kommen aber im doppelpack mit einem schokoladensirup, der seinesgleichen sucht. am besten ist ja (neben dem geschmack), dass er so schnell zusammengerührt ist, das glaubst du gar nicht. und der sirup passt nicht nur zu waffeln, wie ein brainstorming auf instagram ergeben hat: von bratapfel bis pancake, auf aufgeschäumter milch oder zu milchreis, und last but not least, pur aus dem glas genascht - die vorschläge waren sehr vielfältig. meine lieblingskombi ist aber wirklich die mit waffel und sahne. und eis würde auch noch sehr, sehr gut dazu passen.



Chai-Waffel mit Schokoladensirup


(7 große Waffeln)

225g Mehl
25g Maisstärke
1 TL Backpulver
25g Kakaopulver
2 TL Chaigewürz
100g Zucker
350ml Buttermilch
60ml Rapsöl
2 Eier

Waffeleisen vorheizen. (ich benutze dieses hier: klick*)
Eier trennen und Eiweiß steif schlagen. Die trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen. Dotter, Buttermilch und Öl unterrühren und das Eiweiß vorsichtig unterheben.
Den Teig im Waffeleisen nach Anleitung ausbacken, bei mir hat das ca. 4 Minuten gedauert.

Chaigewürz
2 TL Zimt
je 1 TL Piment, Nelke und Ingwer gemahlen
1/2 TL Kardamom, frisch gemörsert
1/2 TL Muskatnuss gemahlen

Schokosirup
125ml Honig
1 TL Chaigewürz
150ml Wasser
100g dunkle Schokolade

Honig mit Wasser erwärmen und die gehackte Schokolade darin auflösen. Gewürz einrühren und den Sirup 5 Minuten einkochen. Sirup heiß in ein steriles Glas oder eine Flasche abfüllen.


*affiliate link - wenn du über diesen link bei amazon bestellst, bekomme ich eine kleine provision, die ich dann wieder in meinen blog investiere. du bezahlst natürlich nicht mehr.

Sonntag, 7. Oktober 2018

Die Glücklichmacherei On Tour 〖Roadtrip durch Bella Italia, Teil 2: Neapel bis Apulien〗


wie schon in teil 1 meines reiseberichts erzählt, hatten wir uns im sommer einiges vorgenommen. ungefähr 3000 kilometer sind wir quer durch italien gefahren und 4 wochen haben wir uns dafür zeit genommen. falls du dir jetzt denkst, dass das erstens ziemlich weit und zweitens ziemlich stressig klingt, muss ich dir sagen, dass du falsch liegst. jedenfalls für unsere verhältnisse. letztes jahr sind wir doppelt so weit gefahren in der gleichen zeit. aber das ist natürlich reisetyp-sache. der mann und ich wollen immer gern so viel wie möglich sehen und sind nicht so die strandmenschen. mehr als eine woche badeurlaub am stück ist nicht tolerabel. es gibt zu viel zu entdecken auf so einer reise. allerdings genießen wir die flexibilität, die unser wohnmobil und campen ganz allgemein mit sich bringen. wir bleiben wo es uns gefällt und fahren weiter, wenn es uns reicht.
alles über teil 1 unserer reise (Sardinien bis Rom) kannst du hier nachlesen: klick!

von Rom fuhren wir nach Neapel. leider nicht über die Amalfitana, was daran lag, dass unser wohnmobil einfach zu groß ist und wir dort deshalb nicht fahren durften. natürlich hätten wir die vespa dabei gehabt und was gäbe es eigentlich cooleres, als mit der vespa die amalfiküste entlang zu brausen? genau. das wäre der absolute wahnsinn. allerdings gibts da ein kleines problem: die vespa ist alt. genauer gesagt ein oldtimer und deshalb alles andere als bequem oder wahnsinnig flott. dafür aber superstylish und mir hat nicht nur ein italienischer kenner einige euros dafür geboten. einer wollte sogar einen restaurierten mini dafür eintauschen. also - die vespa ist cool und praktisch, aber zu zweit für weitere strecken nicht bequem. die amalfiküste sparen wir uns deshalb für ein anderes mal und ohne wohnmobil auf.
weil es in Neapel keinen campingplatz gibt und wir ohnehin die ausgrabungen von Pompeji besichtigen wollten, haben wir das wohnmobil dort geparkt. für die antike stadt kann man unendlich viel zeit einplanen, je nachdem wie groß das interesse für archäologie ist. wir haben einen nachmittag dort verbracht, den ich spannend und beeindruckend fand.


Neapel hatten wir schon lange auf unserer travel bucket list. man hört so einiges über die stadt und meistens nichts gutes. probleme mit der müllentsorgung und stories über die mafia zum beispiel. Neapel sei dreckig, gefährlich, arm und hässlich. manches davon kann ich bestätigen, das allermeiste allerdings überhaupt nicht. nie haben wir uns unsicher gefühlt (sicher, taschendiebe gibt es, aber ganz sicher nicht nur in Neapel), müll haben wir auch keinen gesehen (außer in mülltonnen) und hässlich fanden wir die stadt auch nicht. im gegenteil - Neapel ist auf alle fälle einen besuch wert. eine querstraße von der hauptstraße entfernt wirkte die stadt auf mich wie ein sehr traditionelles altes italienisches dorf mit fast einer million einwohner. die nonnas hängen ihre wäsche quer über die gassen auf, autos haben kaum platz, kartoffeln werden vor dem hauseingang geschält und das wasser vom wäsche waschen wird schon mal vom balkon herunter geschüttet.  klar - die stadt wirkt etwas abgeranzt, aber Neapel hat charme.


Tipps für Neapel


  • Campingplatz hat die Stadt keinen. Deshalb haben wir in Pompeji residiert. Camping Zeus ist ideal gelegen, direkt neben dem Bahnhof und neben den Ausgrabungsstätten. Mit dem Zug kann man unkompliziert in knapp 40 Minuten nach Neapel fahren.
  • Trattoria Don Vincenzo: traditionelle köstliche Küche. Trotz anders beschriebener Öffnungszeiten wurden Leute ab 15 Uhr weggeschickt, weil die Küche zusperrte. Wenn du vorher da bist, unbedingt Gnocchi alla Sorrentina und Alici fritte probieren. Köstlich!
  • Süßes Gebäck: Unbedingt Babà rum probieren! Das ist kurz gesagt ein picksüßes Hefeteig-Gebäck das in Rum getränkt wird und welches ganz typisch in Neapel gegessen wird. Wenn du das nicht magst, nimm Sfogliatella. Beides am besten beim Kiosk am Ausgang der Galleria Umberto I Richtung Via Toledo probieren.
  • Sightseeing: Neapels Altstadt, das Centro Storico sollest du nicht verpassen. Die engen Gassen, die kuriose Via San Gregorio Armeno (Straße der Krippenbauer), viele kleinere und größere Kirchen - das alles erkundest du am besten zu Fuß. Außerdem sehenswert ist die U-Bahn Station Toledo. Sie ist eine der schönsten der Welt und mehrfach preisgekrönt. Pompeji und der Vesuv sind natürlich auch sehenswert.
  • Neapolitan Pizza Maker For One Day - wenn du in einem hands-on Kochkurs alles über die "vera pizza", also die echte, ehrliche Pizza aus Neapel lernen möchtest, bist du hier genau richtig. Wir hatten Spaß, aßen köstliche Pizza und zudem haben wir sehr viel gelernt. Inklusive dem besten Rezept für Pizzateig, den man 16 Stunden reifen lassen muss.


nach den tagen in Pompeji und Neapel zog es uns wieder an die küste. unser nächstes größeres ziel war Apulien, bzw. die küste dort. auf dem weg dahin haben wir 2 stops eingelegt, die schöner nicht hätten sein können und die uns wegen ihrer aufregenden architektur interessiert haben. zuerst haben wir in Matera halt gemacht. in den höhlensiedlungen "Sassi di Matera" haben menschen bis in die 1960er jahre gelebt. jetzt sind viele der Sassi zu besichtigen. in einem tag schaffst du es locker zu fuß die stadt und die Sassi zu erkunden. wir hatten nur einen halben tag und der hat uns auch noch für einen cocktail in der einkaufsstraße von Matera gereicht. 


nach einem halben tag und einer nacht ging es nur wenig weiter nach Alberobello. dort haben wir uns natürlich für die Trulli (Kegelbauten) interessiert. die stadt zählt zum UNESCO_Weltkulturerbe und ist ganz bezaubernd. auch hier war es ein kleines bisschen schwierig, dass wir mit dem wohnmobil unterwegs waren. Alberobello zeichnet sich nämlich nicht nur durch die Trulli, sondern auch durch unzählige einbahnen und fahrverbote für größere fahrzeuge aus. wir fanden dann aber einen tagesparkplatz und haben den vormittag in der stadt verbracht.


von Alberobello fuhren wir knapp 150 kilometer weiter nach Torre Sant' Andrea, einem nest fast ganz unten am stiefelabsatz und somit mitten im Salento, wie die halbinsel heißt. der ort hat neben wunderschön-bizarren felsformationen am strand wirklich nichts zu bieten. aber wir haben uns dort eine kleine auszeit von den städten genommen und 2 tage am strand verbracht.


neben dem türmen von Torre Sant' Andrea ist die Grotta della Poesia sehr besonders. auch besonders voll. und was du auf dem bild nicht siehst - dieses "loch" liegt direkt an der straße, ganz unromantisch. das ist auch der grund dafür, warum da so viele leute sind. es ist kein ort an dem man einen ganzen tag am strand verbringen will, finde ich. abgesehen davon, dass es keinen klassischen strand, sondern nur felsküste gibt. wir haben auch nur einen kurzen ausflug mit der vespa unternommen, der mann ist waghalsig in die Grotta gesprungen, ich habe ungefähr 250 fotos gemacht und wir sind weiter gedüst. es gab übrigens auch kein geschäft im umkreis. allerdings kamen der bäcker und der gemüsehändler quasi direkt vors wohnmobil. unser "campingplatz" bestand aus etwa 30 abstellplätzen und einem häuschen mit je 2 duschen und toiletten. 2 minuten duschen kostete 1 euro und war stressig. ich habe nämlich ziemlich lange haare...
der gemüsehändler hatte getrockneten oregano dabei, der für die region Salento ganz typisch ist. ich hab mir einen bund gekauft und finde der ist unglaublich aromatisch. ich verwende ihn jetzt daheim ganz sparsam, obwohl ich 2 große gläser voll habe. dieser oregano hat basilikum als mein lieblingskraut zu tomaten eindeutig abgelöst. ganz einfache bruschette mit etwas knoblauch eingerieben und gewürfelten tomaten drauf, eine prise salz und etwas oregano - fertig. das schmeckt nach sommer und urlaub, sag ich dir.
obwohl wir im urlaub meistens essen gehen, genießen wir es aber auch zum beispiel am markt regionale spezialitäten einzukaufen und gemeinsam zu jausnen.


unser nächster halt war Lecce. wir hatten sehr viel über die stadt gelesen und waren voller vorfreude. es gab wieder keinen campingplatz, allerdings einen "abstellplatz" für wohnmobile bei einem sehr freundlichen herrn hinter seiner autowerkstatt. sehr kurios. auch, weil wir die einzigen gäste waren, mitten im nirgendwo etwas außerhalb der stadt. nach einem aufklärungsgespräch über den wert meiner vespa (das war der typ, der mir seinen mini im tausch angeboten hat) und die damit verbundene gefahr des diebstahls, haben wir sein angebot angenommen und fuhren mit ihm in die stadt. für ein paar euro hat er uns dann am abend auch wieder abgeholt - sehr freundlich und ganz unkompliziert.


Lecce hat uns nicht enttäuscht. das einzige "problemchen" war, dass die allermeisten geschäfte und restaurants erst abends aufgesperrt hätten. der stadtbummel fiel also ziemlich kurz aus...
zum glück hatte wenigstens eines der restaurants auf unserer "to do liste" geöffnet. dort kochte Nonna Rosalba cucina tipica pugliese - also typisch apulische Küche.


Tipps für Apulien und Lecce:


  • Camping in Torre Sant'Andrea: Camper The Stacks
  • Strände: Der felsige Strandabschnitt mit den Türmen, die dem Ort Torre Sant' Andrea seinen Namen verleihen, ist wirklich atemberaubend schön. Dasselbe gilt für die Grotta della Poesia. Hier baden hauptsächlich Einheimische, und wenn, dann eher italienische Touristen. Viele Leute, keine Liegewiesen weil meist steile Felsküste und mancherorts leider ungepflegte Landschaft. Insgesamt trotzdem wunderschön.
  • Camping in Lecce: Die Stadt hat keinen richtigen Campingplatz, aber der Abstellplatz in Lequile (7km bis Lecce) für Wohnmobile war ideal. Dusche und WC inklusive, Shuttleservice in die Stadt für wenig Geld. 
  • Essen und Trinken: Unbedingt probieren solltest du einen Caffè leccese. Das ist ein Espresso auf Eis mit Mandelsirup und der ist, wie der Name schon sagt, typisch für die Region bzw. die Stadt. Dazu isst man am besten ein Pasticciotto. Im Restaurant Alle due Corti haben wir vorzügliche regionale Spezialitäten genossen.


weiter gings dann übrigens nach Kalabrien und auf Sizilien. mehr dazu kannst du im dritten und letzten teil meines reiseberichts nachlesen. stay tuned!