Mittwoch, 24. Mai 2017

Hello Summer: Die Grillsaison ist eröffnet! 〖Homemade Ketchup〗

so ganz stimmt die überschrift ja nicht, muss ich zugeben. der mann und ich, wir grillen nämlich nicht nur im sommer und auch nicht ausschließlich bei sonnenschein. wir gehören auf alle fälle zur sorte der ganzjahresgriller. unsere terrasse ist teilweise überdacht, so bekommt man auch keine nassen füße und der grill wird mit gas betrieben (weil auf der terrasse und nicht im garten). beste voraussetzungen für grillvergnügen all year long. trotzdem gibt es manches, das im sommer einfach besser schmeckt, wie zum beispiel das meiste frische gemüse. und weil ich grillgemüse nie nie niemals nicht ohne dip esse (na gut, ich dippe ohnehin alles wahnsinnig gerne), verrate ich dir heute das rezept für das allerbeste hausgemachte ketchup. es ist ziemlich beliebt bei freunden und bekannten, und ich bin mir relativ sicher, dass es da einige gibt, die schon länger auf das rezept warten. natürlich passt das ketchup nicht nur zu grillgemüse, sondern auch zu fleisch oder in einen richtig leckeren burger. so einen zeige ich dir übrigens in kürze. aber jetzt erst einmal zum ketchup.


du musst wissen, hausgemachtes ketchup hat geschmacklich und auch was die konsistenz betrifft, relativ wenig mit gekauftem ketchup zu tun. macht aber nichts, finde ich. es schmeckt einfach köstlich und ist fein gewürzt. und die gewürze sind ziemlich sicher auch der größte unterschied.


die tomaten habe ich übrigens aufs bild drapiert, weils mir gefiel. in wahrheit verwende ich im moment noch dosentomaten. die schmecken zu dieser frühsommerlichen jahreszeit besser. im sommer verwende ich fürs ketchup natürlich gerne frische tomaten. es ist sogar eine ganz ausgezeichnete idee zur tomatenverwertung, wenn man mit einem ordentlichen schwall an selbstgepflanzten tomätchen und tomaten gesegnet ist. zumal das ketchup auch eine ganze weile haltbar ist, wenn es heiß in sterile gefäße abgefüllt wird.


Ketchup


400g Dosentomaten (= 1 Dose)
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
2 EL brauner Zucker
1/2 TL Fenchelsamen
1/2TL Piment
½ TL Kümmel
3 EL Tomatenmark
5 EL weißer Balsamico
Salz
Olivenöl


Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und in einem Topf anbraten. Zucker zugeben und leicht karamellisieren. Dosentomaten und Essig zugeben. Tomatenmark und Gewürze einrühren. Mit dem Stabmixer pürieren (das ketchup nach belieben auch etwas stückig lassen) und ca. 15 Minuten einkochen. Abschmecken und kochend heiß in sterile Gläser abfüllen.


magst du auch so gerne grillsaucen und dips, wie ich? ich finde ja, dass eine feine grillerei maßgeblich von den beilagen beeinflusst wird. mein plan wäre, dass ich dir diesen sommer da noch so manches zeige, was dazu passt. der blog spiegelt nämlich eigentlich immer noch nicht so richtig das wieder, was bei uns im alltag auf die teller kommt. offenbar habe ich mir da ein süß-blogger-image zugelegt, das ich in wahrheit eigentlich nicht unbedingt haben will. ich kann nämlich auch anderes. das "problemchen" ist bloß, dass ich öfters den eindruck habe, dass du das nicht sehen willst.  süß kommt beim publikum besser an, das erzählen mir auch bloggerfreundinnen. warum ist das eigentlich so? keine ahnung, aber ich probiere zukünftig öfter mal was anderes und bin gespannt auf feedback.


Sonntag, 21. Mai 2017

Happy Hour! 〖Negroni〗

die abende werden wieder länger - es ist immerhin bereits bis nach 21.00 uhr hell - und der sommer liegt schon ab und zu in der luft. diese vorsommerlichen abende schreien geradezu nach draußen sitzen, quatschen, was auf den grill schmeißen und cocktails schlürfen. das mögen wir alles. bei cocktails bin ich für abwechslung und probiere auch gerne mal was neues aus. übrigens merke ich, wie sich mit dem alter der geschmack verändert. früher dachte ich, dass campari und anderes bitteres zeugs nur leuten schmeckt, die mindestens 20 jahre älter sind als ich. und das auch nur, weils früher weniger auswahl gab und man trinken musste, was da war. mittlerweile muss ich zugeben, dass ich selber ganz gern zu bitteren zutaten greife, und das obwohl unsere bar wirklich ziemlich gut sortiert ist. manchmal gibt mir das zu denken. was bedeutet das? am I really getting old???


vermutlich. aber was solls. und weils grad passte und gäste da waren, die knapp 20 jahre älter sind als wir, hab ich uns einen negroni eingeschenkt. also zumindest einen "so-als-ob-negroni". der negroni ist ein klassiker, gehört zur kategorie aperitif und schmeckt original bitter-süß. da hab ich mich dran gehalten, aber ich habe zusammen gemixt, was mir schmeckt. der drink wurde getestet und für ziemlich gut befunden. wenn wir noch einen gezischt hätten, wäre er bestimmt sogar für sehr gut befunden worden. aber zumindest einer der gäste befürchtete einen damenspitz (servus mütterchen!) im fall eines weiteren glases.


Negroni


2cl Aperol
2cl Lillet
1cl Gin
Soda
Orangenscheibe
Eiswürfel

Eiswürfel ins Glas füllen und Aperol, Lillet und Gin ins Glas geben. Mit Soda auffüllen. Orangenscheibe vierteln, einschneiden und an den Glasrand stecken.


ich mag unkomplizierte cocktails, die nicht lang geschüttelt oder gerührt werden müssen. und solche, die im handumdrehen im glas sind. übrigens finde ich ja, dass man einen aperitif nicht nur vor dem essen, sondern auch zu jeder anderen zeit trinken kann. ich bin da nicht so streng. cheers!

Sonntag, 7. Mai 2017

I ♡ Mum 〖Eton Mess, irgendwie anders〗

ich fall gleich mal mit der tür ins haus: geplant war diese wochenlange blogpause nicht, sie ist "einfach so passiert". grund gibts eigentlich keinen, außer, dass ich grad ziemlich viel um die ohren hab. und ja, zeit wirds, dass ich mich aus der versenkung zurück melde. schließlich ist nächste woche muttertag. zum muttertag passen erdbeeren, wie die faust aufs aug. und die mama mag erdbeeren sowieso, was ja nicht unwichtig ist, wenns eben um muttertag geht. außerdem mag mein mütterchen auch baisers. was sie nicht so gern mag, sind üppige sahnige desserts. darum - du ahnst es schon - hab ich mir was leichtes mit erdbeeren und baisers überlegt.


ich habe den klassiker eton mess ein wenig dekonstruiert. und das ergebnis kann sich erstens sehen lassen, und zweitens eignet es sich bestens als köstlicher abschluss des muttertagsmenüs. außerdem nicht unwichtig: der aufwand hält sich sowas von in grenzen. und das ist am muttertag auch nicht unwichtig. ich will schließlich auch zeit mit der mama und nicht nur in der küche verbringen.


statt der üblichen sahne in eton mess, habe ich zu naturjoghurt gegriffen. das joghurt habe ich über nacht abtropfen lassen, dadurch wird es deutlich fester und sehr cremig. abgetropftes joghurt ist ja auch bekannt als labneh und den habe ich in israel kennen gelernt. in einer süßen kombination habe ich den zwar noch nie gegessen, aber das wird sich zukünftig ändern. diese variante von eton mess ist nämlich verdammt gut.



Eton Mess

(4 Portionen)

500g Ländle Bio Naturjoghurt*
300g Erdbeeren
2 EL Vanillezucker
1 TL Vanilleextrakt
1 Eiweiß
Zucker
nach Belieben: etwas rosa Lebensmittelfarbe

Ländle Bio Naturjoghurt in ein mit Küchenrolle ausgelegtes Sieb geben und über einer Schüssel über Nacht im Kühlschrank abtropfen lassen.
Backrohr auf 100° Ober-/Unterhitze vorheizen.
Eiweiß und doppelt so viel Zucker abwiegen. Eiweiß steif schlagen, Zucker einrieseln lassen und rosa Lebensmittelfarbe nach Belieben zugeben. 6 Minuten auf höchster Stufe weiterschlagen. Baisers in unterschiedlicher Größe auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen und ca. 35 Minuten im vorgeheizten Ofen backen.
Erdbeeren putzen und waschen. Die Hälfte mit ½ EL Vanillezucker pürieren. Die restlichen Erdbeeren klein schneiden und mit ½ EL Vanillezucker marinieren.
Das abgetropfte Joghurt kräftig durchrühren und mit dem restlichen Vanillezucker und Vanilleextrakt vermengen.

Alles gemeinsam in kleinen Schüsselchen oder Gläsern anrichten.


hier findest du übrigens weitere ideen zum muttertag: klick!


*dieser beitrag entstand mit freundlicher unterstützung von Vorarlberg Milch.

Sonntag, 2. April 2017

Brotzeit 〖Baguette Africaine〗

es ist anfang april und ich muss nochmal über meine vorsätze für dieses jahr nachdenken. ich hatte mir vorgenommen, mich der kunst des brot backens hinzugeben, oder jedenfalls meinen brotback-horizont zu erweitern. extra deswegen habe ich mir ende letzten jahres 3 gärkörbchen in unterschiedlichen größen und formen angeschafft, beziehungsweise vom mann geschenkt bekommen, und 2 fantastische bücher gekauft, beziehungsweise zu weihnachten bekommen. ich wäre also bestens vorbereitet gewesen. 4 monate später, also heute, ist mir das wieder eingefallen.


leider erst NACHDEM ich dieses fantastische brot gebacken hatte... warum leider? naja, ich hätte eines meiner gärkörbchen ausprobieren können. oder ich hätte endlich mal ein rezept aus den beiden büchern nachbacken können. so habe ich halt einen meiner klassiker gebacken: baguette africaine. ich weiß, luxusprobleme. selbstgebackenes brot schmeckt nämlich mit und ohne gärkörbchen und ein klassiker ist auch nicht umsonst ein klassiker. trotzdem. wenigstens ist mir noch rechtzeitig eingefallen, dass ich ebendiesen klassiker noch nie verbloggt habe.


dieses selbstgebackene baguette passt übrigens auch ganz hervorragend zum osterbrunch. weil es aber von haus aus schon ein ganzes feuerwerk an aromen beherbergt (würzig, nussig, säuerlich), schmeckts am besten pur oder mit etwas butter und einer prise salz obendrauf. es ist also weniger geeignet für belegte brote & co, finde ich. ein herrlicher weißer spitzer (aka weißweinschorle = 1 teil weißwein, 1 teil soda) passt allerdings spitzenmäßig dazu und wird dringend empfohlen.


falls du dich fragst, was an diesem brot afrikanisch sein soll - I don't know. der mann hat irgendwann mal was von diesem baguette africaine gehört. er wusste noch, dass curry, nüsse und datteln drin waren, und dass er es unbedingt essen wollte. ich hab aus diesen erinnerungsfragmenten dann mein ganz eigenes rezept kreiert. weils ihm so gut schmeckt, und weils so einfach und schnell geht, mach ich es öfters. ich finde es nebenbei auch ziemlich köstlich.




Baguette Africaine

(1 Baguette)

250g Mehl
25g weiche Butter
1 Pr. Salz
1 Pr. Zucker
1 Pckg. Trockenhefe
4 EL warmes Wasser
125g Naturjoghurt
50ml warmes Wasser
1-2 TL Currypulver
1 Handvoll Haselnüsse
1 Handvoll getrocknete Berberitzen (gibts im gut sortierten Trockenfrüchtehandel, alternativ getrocknete Tomaten)

Trockenhefe mit 4 EL warmem Wasser anrühren. Mehl, Salz, Zucker und Curry mischen. Butter in kleinen Flöckchen zugeben und abbröseln. Joghurt und Hefemischung zugeben und unter Zugabe von ca. 50ml warmem Wasser etwa 5 Minuten lang zu einem weichen, geschmeidigen Teig verkneten. Haselnüsse und Berberitzen von Hand unterkneten. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort mind. 30 Minuten gehen lassen. 
Backrohr auf 200° Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Teig ohne kneten zu einem länglichen Baguette formen, evtl. mit Wasser bestreichen und ca. 20-25 Minuten backen.