Sonntag, 28. Juni 2015

Heimatliebe 〖Käsfladen〗

vorarlberg ist ein käseparadies. und ich lebe mitten drin. das trifft sich gut, weil ich käse liebe. ein grund, warum ich nie, nie, niemals vegan leben möchte. verzicht auf fleisch? kein problem. würde ich jahrelang nicht vermissen. aber auf käse möchte ich wirklich nicht verzichten. und ich rede natürlich nicht von plastikverpackten käsescheiben, die genau so schmecken, wie sie aussehen. oder von den obligatorischen parmesanfusseln auf der pasta, die ich zwar mag, aber um die es jetzt nicht geht. ich meine eher den richtig würzigen käse, gerne auch kräftig stinkig und gekauft am stück - am liebsten vorher an der theke gekostet. und wie gesagt - hier im ländle geht das. eben richtig paradiesische käsezustände sind das.


zwar schmeckt eine brotzeit mit einer auswahl an käse herrlich, aber noch lieber mag ich manchmal die gratinierte, geschmolzene variante. und wenn schon, denn schon - deswegen hab ich tief in die kulinarische trickkiste gegriffen und typische vorarlberger hausmannskost gemacht. und der mann (seines zeichens auch käseliebhaber) schwebte im siebten käsehimmel.


und dieses stück vorarlberger tradition kann man durchaus auch über die landesgrenzen hinaus empfehlen. aber natürlich nur, wenn du guten käse in die finger bekommst. sonst wird das nix. die zweite hauptzutat sind zwiebel. und das wars dann fast schon.




Käsfladen

(2 große runde Käsfladen)

400g Mehl
1/2 EL Salz
4 EL Olivenöl
1 Würfel Germ
200ml lauwarmes Wasser

500g geriebener Käse (würzig, kräftig, am besten gemischte Sorten, zum Beispiel: Räßkäse, Mostkäse und Klostertaler*)
50g weiche Butter
3 Zwiebel
2 Eier
1 EL Mehl
1/2 kleine Tasse Milch

Mehl und Salz mischen. Germ im Wasser auflösen und mit dem Öl zum Mehl geben. Alles zu einem gechmeidigen Teig verkneten, evtl. etwas Mehl zugeben. Zugedeckt (ich nehm am liebsten frischhaltefolie) mind. 40 Minuten gehen lassen.
Für die Käsemasse in der Zwischenzeit die Zwiebel fein hacken (gerne auch mit einem blitzhacker) und mit dem Käse und den restlichen Zutaten vermengen.
Backrohr auf 200° vorheizen.
Germteig zu zwei Fladen ausrollen und mit der Käsemasse bestreichen. 15 Minuten backen, dann auf Grillstufe umschalten und 5 Minuten (nicht aus den augen lassen!) goldbraun grillen.


normalerweise mache ich die käsfladen eben im backrohr, aber seit wir den pizzastein für den grill haben, backe ich pizza und co nur noch outdoor. wenn du die möglichkeit auch hast, empfehle ich das. wenn nicht - the good old backofen passt natürlich auch. eine kräftige prise frisch gemahlener pfeffer verfeinert den käsfladen übrigens. und ich mag dazu auch gerne ketchup, obwohl ich das lieber nicht zu laut sagen sollte. das ist nämlich ganz und gar nicht traditionell und wird zumindest mit "blicken" bedacht. da bekommt das wort "intoleranz" in verbindung mit essen eine ganz neue bedeutung. ich spreche aus erfahrung. ich liebe nämlich auch kässpätzle (auch ein vorarlberger nationalgericht). aber nicht mit den traditionellen röstzwiebeln. das sorgt auch für "blicke" und "sprüche"...


bestimmt gibt es auch in deiner region köstliche traditionelle gerichte. wenn du lust hast mir die zu zeigen, freue ich mich! vielleicht bist du sogar bei instagram? dann verwende doch einfach den hashtag #kulinarischeheimat - ich bin gespannt!


übrigens, wenn du mehr über die käsekultur in vorarlberg wissen willst, habe ich einen buchtipp für dich:


erschienen bei: löwenzahn
220 Seiten
zu bestellen: hier**
ISBN: 978-3-7066-2568-5

*der käse wurde mir, genau wie alle anderen milchprodukte, von Vorarlberg Milch zur verfügung gestellt. vielen dank nochmal dafür! ich bin nämlich wirklich käseliebhaberin.

das buch wurde mir kostenlos vom löwenzahn verlag zur verfügung gestellt.

**affiliate link - wenn du über diesen link bei amazon bestellst, bekomme ich eine kleine provision, die ich dann wieder in meinen blog investiere. du bezahlst natürlich nicht mehr.

Sonntag, 21. Juni 2015

Was fürs Frühstück〖Banana Bread Muffins〗

mein name ist nadin und ich bin ein obst-messie. ja, ganz ehrlich - es stimmt. erdbeeren, ananas, bananen, weinbergpfirsiche... ich kann einfach nicht widerstehen. die früchte hüpfen quasi von selber in meinen einkaufskorb. echt jetzt. das wäre ja alles kein problem, wenn ich das tolle obst dann nicht in der speisekammer vergessen würde. meistens werde ich von einer fruchtfliegen invasion oder dem mann auf die vernachlässigten früchtchen aufmerksam gemacht. vor allem bananen sind betroffen. die fristen ihr dasein bis sie schwarz sind und schließlich im mixer landen um dann als bananenmilch (die mutter aller smoothies) oder smoothie getrunken zu werden. kommt dir bekannt vor? ich hoffe. es würde mich nämlich beruhigen, wenn ich gewissheit hätte, dass ich hier nicht der einzige obst-messie bin...


bananen, in dem zustand kommen mir einfach nicht über die lippen. und dem mann schon gar nicht. viel zu süß und bananig. wie gut, dass ich eine neue (alte) verwertungsmethode habe. banana bread! ich habe eine amerikanische freundin, die mich vor jahren, als wir uns kennen lernten, mit dem very american banana bread bekannt gemacht hat. ich erinnere mich noch genau an den zuckerschock beim ersten probieren. aber ich fand es köstlich.


ich hab das rezept jetzt abgewandelt und den zucker eliminiert. komplett. die bananen sind eh schon süß genug, wenn sie sehr reif sind. und die geheime zutat ist auch süß. extra zucker? unnötig. und so werden diese muffins ruckizucki frühstückstauglich und fast schon gesund. 



Banana Bread Muffins

(6 Stück)

2 sehr reife Bananen
40g flüssige Butter
1 Ei
180g Mehl
1 TL Backpulver
100g Marzipan
1 Handvoll grob gehackte Walnüsse
2 EL kernige Haferflocken

Backrohr auf 175° vorheizen.
Bananen schälen und mit der Gabel zerdrücken. Butter und Ei zugeben und gründlich vermixen. Mehl und Backpulver mischen. Marzipan in kleine Würfel schneiden und mit dem Mehl vermengen. Mehlmischung und Walnüsse zur Bananenmasse geben und cremig mixen. Teig in Muffinförmchen geben, mit Haferflocken bestreuen und ca. 25 Minuten backen.


eigentlich ergibt die menge 6 muffins. 2 haben es aber nicht auf die fotos geschafft. der geschmack musste schließlich zuerst überprüft werden. nur was den köstlichkeitstest besteht, wird auch verbloggt.

  
die banana bread muffins sind ziemlich flott zusammen gemixt. der einzige nachteil - wenn du keine überreifen bananen hast, wird das nix. die grasgrünen haben zu wenig geschmack und auch nicht genug süße. nix für spontanes backen also. außer du bist obst messie, dann gibts das problem ja nicht...



Mittwoch, 17. Juni 2015

Comeback 〖Roggen-Kirsch Galette〗

uiuiui. jetzt war ich aber lange in der versenkung. im moment hab ich ziemlich viel um die ohren. und ein ende ist erst in 3 wochen in sicht! macht aber nix, jetzt wird endlich wieder gebloggt. und ein hobby schafft ja schließlich ausgleich, oder? ich merke förmlich wie mich das tippen hier entspannt. ha, not! schreiben fällt mir nämlich nicht immer leicht. kennst du das? du hast eine tolle idee und willst sie gerne umsetzen, aber irgendwas hält dich trotzdem zurück? so gehts mir manchmal mit dem bloggen. ich hab das rezept, die fotos sind toll geworden und fertig bearbeitet. nichts steht einem grandiosen blogeintrag im weg. also fast nichts. wenn da nicht das drumherum wäre. ich will nicht immer nur belangloses blabla posten. aber die gratwanderung zwischen zu persönlich und eben schwammigem geschwafel ist nicht so ganz leicht. das stresst mich manchmal und dann lass ich den post einfach einen tag ruhen. oder manchmal auch zwei. und plötzlich flutscht es wieder.


und dann ist mein blog aber doch in erster linie ein food blog. wie viel persönliches (und ich meine nicht persönlichkeit!) willst du überhaupt lesen? ich bin ja mehr der "seelenstriptease, nein danke!"-typ leserin. und daran versuche ich mich auch als bloggerin zu halten. aber ein wenig einblick hinter die kulissen des blogs finde ich dann doch immer ganz spannend. (erkenntnis: ein minikleiner voyeur steckt vermutlich in jedem von uns...) ein ritt auf der rasierklinge ist das. vor allem auch, weil mein blog allein mein ding ist. in echt bin ich aber natürlich nicht allein. nur - der mann will in meinem leben 2.0 keine rolle spielen. und ganz ehrlich, das verstehe ich natürlich. und weil ich allein eben nicht ständig so unfassbar spannende dinge erlebe, halte ich mich meistens mit gebloggten privatangelegenheiten zurück. zwickmühlenalarm!


am vergangenen wochenende war ich daheim bei mama und papa. es war ja vatertag. der papa hat ganz unvatertäglich für mich geschuftet und sich vor dem gewitter auf die leiter geschwungen um mir ein paar kirschen vom eigenen baum zu pflücken. ich steig nämlich nicht gern auf leitern und der baum ist riesig. ich ess auch nicht gern kirschen, aber sie gefallen mir so gut. und fotogen sind sie auch. perfekt also. und der mann liebt kirschen. einfach so, aber auch im kuchen. und ich liebe den mann, also hab ich ihm einen kirschkuchen gebacken.


streng genommen ist es eine galette. und dann noch mit roggenmehl. beides mag ich, da stören mich nicht mal die kirschen. ganz im gegenteil.


Roggen-Galette mit Kirschen


100g Roggenmehl
100g Weizenvollkornmehl
100g kalte Butter
1 Pr. Salz
1 Pr. brauner Zucker
ca. 50ml kaltes Wasser

3 EL Sauerrahm
2-3 Handvoll frische Kirschen (außerhalb der saison gehen natürlich auch sauerkirschen aus dem glas)
2 EL Amaretto (oder irgendein saft, wenns ohne alkohol sein sollte)
3 Tropfen Bittermandelöl
1 EL Speisestärke
brauner Zucker nach Belieben
Mandelblättchen

Mehl, Salz und Zucker mischen. Butter in kleinen Flöckchen zugeben und abbröseln. Wasser zugeben und mit den Händen rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten (evtl. etwas mehl zugeben). 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Backrohr auf 210° Ober-/Unterhitze vorheizen.
In der Zwischenzeit die Kirschen waschen und entsteinen. In einer Schüssel mit Amaretto, Bittermandelöl, Speisestärke und evtl. Zucker mischen. Teig auf wenig Mehl ausrollen (∅ ca. 25-30cm). Sauerrahm in der Mitte verteilen, zum Rand etwa 3cm frei lassen. Kirschen darauf verteilen und den Rand einklappen - je rustikaler, desto schöner. Den Rand mit etwas Wasser bestreichen und mit braunem Zucker bestreuen. In der Mitte die Mandelblättchen verteilen. Ca. 25 bis 30 Minuten backen.


und dann noch was: kennst du auch den mythos, dass man, wenn man kirschen isst, kein wasser trinken darf? dann kann ich dich aufklären: stimmt scheinbar doch nicht. klick!




Montag, 8. Juni 2015

Sommerliebe 〖Kleiner Zitronen-Rosmarin-Guglhupf〗

nach dem heißesten wochenende des jahres (bisher), habe ich eine kuchige erfrischung für dich. das kam so: ich saß auf der couch, von der hitze gebeutelt (ich hasse warm!! und es war mehr als warm.das thermometer zeigte über 30 grad an. und wir leben in österreich!) und hoffte auf gewitter. aber es kam nichts. die eiswürfel waren alle. aus dem wasserhahn kam quasi kein kaltes wasser für eine erfrischende dusche und der mann hat in solchen situationen stets schlaue tipps auf lager. warm duschen ist eh viel besser. tee trinken bringts total bei der hitze. und so weiter. du hast bestimmt schon durchschaut, dass ich für tipps dieser art nicht sehr offen bin. hitze-beratungsresistent nenne ich das in einsichtigen momenten. das für mich einzig positive dieser hitzewelle war: wenn es heiß ist, steigt meine lust auf zitrone. zitrone erfrischt mich ungemein. und darum habe ich einen sehr köstlichen kleinen zitronen gugelhupf mit rosmarin gebacken.


ich habe experimentiert. und herausgekommen ist ein echt zitronig-herrlicher guglhupf, der zugegeben etwas wie ein kleiner faltiger hut ausschaut. das hat mich heute aber nicht so besonders gestört, weil es war heiß und dann war mir eh schon alles egal. der geschmack hat nämlich überzeugt!


meine guglhupf-form ist klein. genau richtig für 2 personen. sie hat an der offenen seite einen durchmesser von ungefähr 15cm. wenn du die teigmenge verdrei- oder vervierfachst, sollte der teig auch für eine große form reichen.




Zitronen-Rosmarin-Guglhupf

(1 kleiner Guglhupf und 3 Mini-Gugl)

50g Butter
50g Zucker
60g Joghurt
2 Eier
100g Mehl
1 TL Backpulver
Saft und Abrieb von 1 Zitrone
2 TL fein gehackter Rosmarin

Backrohr auf 170° Ober-/Unterhitze vorheizen.
Guglhupf-Form(en) buttern und mehlen. Eier trennen. Eiweiß steif schlagen und dann 25g Zucker einrieseln lassen und weiter schlagen. Butter mit Dotter und dem restlichen Zucker cremig mixen. Zitronenabrieb und Rosmarin dazugeben und untermixen. Mehl mit Backpulver mischen und mit dem Joghurt untermengen. Eiweiß unterheben. Teig in einen Spritzbeutel füllen und in die vorbereitete(n) Form(en) füllen. 25-30 Minuten backen - Stäbchenprobe!

Den ausgekühlten Guglhupf mit etwas Zuckerguss (Staubzucker und Zitronensaft), Zitronenabrieb und Rosmarinnadeln dekorieren.


sag mal - wie machst du das bei der hitze? eiswürfel dauerlutschen oder heißgetränke schlürfen? oder war es bei dir womöglich gar nicht warm? oder bist du am ende (auch) gar eine "summer person"?