Samstag, 19. Januar 2019

Heimatliebe ♡ 〖Riebel mit Apfelmus〗


es ist mal wieder zeit für ein rezept aus meiner wahlheimat vorarlberg. riebel, stopfer, pflutta oder brösel - es gibt viele namen für dieses gericht, das man hier zum beispiel zum frühstück (oder mittagessen) isst. und ich darfs eigentlich gar nicht laut sagen, aber ich habe schon fast 10 jahre in vorarlberg gelebt, bevor ich das erste mal riebel probiert habe. es war nicht wirklich liebe auf den ersten biss, ganz im gegenteil. ich hatte das gefühl die brösel auf meinem teller wurden immer mehr, statt weniger und der einzige lichtblick war das apfelmus, das es dazu gab. die riebelflamme ist dann einige zeit später wirklich entfacht worden, ausgelöst durch ein geburtstagsgeschenk von meinem chef. unter anderem bekam ich vorarlberger riebelgrieß. das ist ein weißer maisgrieß, den ich bisher nicht kannte. jedenfalls nahm ich den riebel nochmal in angriff, unterstützt durch meine schwiegermama, die mir ihr traditionsrezept verraten hat, und meine freundin und telefonjoker brigitte, die mir aushalf, als ich mich über die konsistenz wunderte. herausgekommen ist ein knuspriger bröselhaufen, der mit und ohne apfelmus schmeckt.


das mit der konsistenz ist wirklich so eine sache. nachdem man den grieß mit milch zu einem brei eingekocht hat, lässt man ihn quellen. danach wird der brei in einer pfanne in butter angebraten. dabei muss man so lange stochern, bis kleine klümpchen entstehen. ich mag lieber größere klumpen, weil ich das gefühl habe, die sind saftiger als die kleinen brösel. aber das ist geschmackssache. wenn du auch riebeljungfrau bist, schaust du dir am besten die folgenden bilder genau an. das mit dem stochern dauert nämlich ein bissl. plötzlich geht es dann aber schnell und du bist dem riebelglück nahe.

schritt 1 nach dem brei: zerstochern, zerstocher, zerstochern...
dann schwuppdiwupp, kleinere und größere brösel. so mag ichs! 
zucker drauf, fertig!

wie gesagt, zum riebel gehört traditionell apfelmus. deshalb hab ich dir auch noch mein ganz einfaches zuckerfreies apfelmusrezept notiert, das ich ständig mache. es geht so einfach und flott, ideal zum verwerten von schrumpligen äpfeln, die ab und zu bei uns ihr trauriges dasein in der obstschale fristen..


Riebel mit Apfelmus


(2 Portionen)

150g Riebelgrieß (alternativ Weizengrieß oder eine Mischung im Verhältnis 2:1 aus Weizen- und Maisgrieß)
300ml Milch
1 nussgroßes Stück Butter
1 Pr. Salz

Butter zum Anbraten
1-2 EL Kristallzucker

3 Äpfel
1 Zimtstange
Mark von ½ Vanilleschote

Milch mit Butter und Salz aufkochen und den Riebelgrieß einrühren. Sobald die Masse dick wird, vom Herd nehmen und am besten über Nacht, aber mindestens eine Stunde quellen lassen.
In einer großen Pfanne Butter erhitzen und den eingekochten Grieß darin langsam knusprig anbraten. Dabei die Masse mit dem Kochlöffel zerstochern, so dass kleine Kügelchen entstehen. Mit Kristallzucker süßen. Riebel serviert man traditionell mit Apfelmus und Kaffee.
Für das Apfelmus die Äpfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. In einem Topf mit 80ml Wasser, Vanillemark und Zimtstange aufkochen und dann sanft köcheln lassen, bis die Apfelstücke weich sind. Zimtstange entfernen und mit dem Stabmixer glatt mixen.

wie gesagt, der kaffee zum riebel ist auch traditionell. manche hardliner gehen sogar soweit, ihren löffel mit riebel drauf in die kaffeetasse einzutunken! igitt. soweit bin ich definitiv noch nicht. das dauert mindestens nochmal 10 jahre. lieber ess ich ein stück bergkäse dazu...


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